In der Trauer nicht allein: Wie Gemeinschaft dir neue Kraft gibt

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Gemeinschaft in der Trauer: Zusammen trauern, Kraft finden

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kann sich die Welt schlagartig verändern. Vielleicht kennst du dieses Gefühl, als würde alles um dich herum weiterlaufen, während in dir selbst etwas stillsteht. Worte fehlen, Routinen zerbrechen, und manchmal scheint es, als könntest du niemandem wirklich erklären, was in dir vorgeht.

In solchen Zeiten kann Gemeinschaft zu einem leisen, aber wichtigen Anker werden. Nicht, weil andere deinen Schmerz „wegmachen“ könnten – das kann niemand. Aber weil es einen Unterschied macht, ob du mit deiner Trauer allein in einem dunklen Raum sitzt oder ob da Menschen sind, die neben dir Platz nehmen, zuhören, nicken, vielleicht selbst weinen. Menschen, die nicht erschrecken, wenn du von deiner Verzweiflung sprichst, und die nicht erwarten, dass du „funktionierst“.

Gemeinschaft in der Trauer zeigt sich auf viele Arten: in einer Trauergruppe, in einem Trauercafé, in einer Selbsthilfegruppe Trauer, in Einzelgesprächen mit einer Trauerbegleitung oder auch in stillen Online-Räumen. All diese Formen können dir helfen, deine Gefühle zu sortieren, dich weniger isoliert zu fühlen und Schritt für Schritt wieder Atem zu finden – in deinem eigenen Tempo, auf deine Weise.


Kurzer Exkurs

In vielen Themen rund um Abschied, Erinnerung und Verbundenheit taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Wie kann man jemanden sichtbar im eigenen Alltag behalten, wenn er nicht mehr da ist?

Trauerbegleiter sprechen hier oft von einem „äußeren Anker“ – einem konkreten Ort oder Gegenstand, der Erinnerung greifbar macht. Das kann ein Foto sein, ein bestimmter Platz oder auch eine individuell gestaltete Gedenktafel, die Name, Datum und Bild verbindet.

Solche Anker ersetzen nichts. Aber sie geben dem, was war, einen ruhigen Platz – und vielen Menschen genau dadurch Halt.

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Warum Trauer sich oft so einsam anfühlt

Trauer ist etwas zutiefst Persönliches. Selbst wenn du von Familie und Freunden umgeben bist, kann es sein, dass du dich innerlich sehr allein fühlst. Vielleicht hast du den Eindruck, dass andere schneller „weitermachen“ als du. Oder du merkst, dass dein Umfeld unsicher wird, wenn du von deinem Verlust sprichst. Manche wechseln das Thema, andere machen gut gemeinte Vorschläge, die sich für dich aber wie Druck anfühlen.

Dazu kommt: Jede Beziehung zu einem verstorbenen Menschen ist einzigartig. Niemand hat genau das erlebt, was du erlebt hast. Niemand kennt alle eure gemeinsamen Erinnerungen, eure Worte, eure unausgesprochenen Gesten. Dieses Einzigartige kann tröstlich sein – und zugleich verstärkt es manchmal das Gefühl, mit dem eigenen Schmerz allein zu sein.

Genau hier setzen Angebote wie Trauerhilfe vor Ort an. Sie schaffen Räume, in denen du nicht erklären musst, warum du „immer noch“ traurig bist, warum du wütend oder leer oder erschöpft bist. Räume, in denen Trauer nicht bewertet, sondern einfach da sein darf. Und in denen du anderen begegnest, die wissen, wie es ist, wenn ein Tag plötzlich unendlich lang wird, weil ein bestimmter Mensch fehlt.

Geschützte Räume: Was Trauergruppen so besonders macht

Eine Trauergruppe ist mehr als ein Treffen von Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Sie ist ein geschützter Raum, in dem du mit deiner Trauer ankommen darfst – ohne Maske, ohne Rolle, ohne die Pflicht, stark zu sein. Viele, die eine Trauergemeinschaft suchen, wünschen sich genau das: einen Ort, an dem sie nichts „leisten“ müssen.

Geteilte Erfahrungen, die Trauer normalisieren

In einer Gruppe erlebst du, dass andere ähnliche Gefühle kennen: die Schlaflosigkeit, die Schuldgedanken, die plötzlichen Tränen im Supermarkt, das Lachen, das sich gleichzeitig falsch und befreiend anfühlt. Wenn du hörst, wie andere von ihren Tagen erzählen, kann das etwas in dir lösen:

  • Du merkst, dass deine Reaktionen kein Zeichen von Schwäche sind.
  • Du erkennst, dass Trauer viele Gesichter hat und sich immer wieder verändert.
  • Du spürst, dass du nicht „komisch“ bist, sondern einfach trauerst.

Diese Erfahrung kann sehr entlastend sein. Sie nimmt dir nicht den Schmerz, aber sie nimmt dir vielleicht ein Stück der Scham oder des Gefühls, „falsch“ zu sein.

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Verschiedene Gruppen für verschiedene Verluste

Wenn du eine Trauergruppe finden möchtest, wirst du feststellen, dass es unterschiedliche Angebote gibt. Manche richten sich speziell an Eltern, die ein Kind verloren haben. Andere sind für Geschwister, die um Bruder oder Schwester trauern. Es gibt Gruppen nach Art des Verlustes, nach Alter, nach Lebenssituation.

Diese Spezialisierung kann helfen, weil du Menschen begegnest, deren Alltag sich vielleicht ähnlich verändert hat wie deiner. Eltern, die wissen, wie still ein Kinderzimmer werden kann. Partnerinnen und Partner, die abends in eine leere Wohnung zurückkehren. Geschwister, die plötzlich „das einzige Kind“ sind. In solchen Gruppen musst du weniger erklären – vieles wird einfach verstanden.

Regelmäßigkeit als Halt im Alltag

Viele Gruppen treffen sich regelmäßig: wöchentlich, zweiwöchentlich oder einmal im Monat. Diese festen Termine können zu einem stillen Halt werden. Du weißt: Da ist ein Abend, an dem ich alles aussprechen darf. Ein Nachmittag, an dem ich nicht so tun muss, als wäre alles in Ordnung.

Für manche wird dieser Rhythmus zu einer Art innerem Geländer. Zwischen den Treffen geht das Leben weiter – mit all seinen Anforderungen. Aber du trägst das Wissen in dir, dass du bald wieder in einen Raum kommst, in dem du mit deiner Trauer willkommen bist.

Trauercafés und offene Treffen: Niedrigschwellige Orte der Begegnung

Vielleicht ist dir eine feste Gruppe im Moment zu viel. Oder du möchtest erst einmal vorsichtig schauen, ob dir Gemeinschaft überhaupt guttut. Dann kann ein Trauercafe in meiner Stadt ein sanfter Einstieg sein.

Was ein Trauercafé ausmacht

Ein Trauercafé ist oft ein offener Treffpunkt: Menschen kommen und gehen, es gibt Kaffee, Tee, manchmal Kuchen, und dazwischen Zeit für Gespräche – oder für stilles Dabeisein. Meistens sind ehrenamtliche oder professionelle Trauerbegleiterinnen und -begleiter anwesend, die ein wachsames Auge auf die Stimmung haben und ansprechbar sind.

Du musst dort nichts erzählen, wenn du nicht möchtest. Du kannst einfach zuhören, die Atmosphäre auf dich wirken lassen, vielleicht ein paar Worte mit jemandem wechseln, der ebenfalls einen Verlust erlebt hat. Manchmal ist schon dieses „Ich bin nicht die Einzige, der es so geht“ ein erster, vorsichtiger Lichtstrahl.


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Offenheit ohne Verpflichtung

Der Vorteil solcher Cafés und offenen Treffen: Du kannst kommen, wie du bist, und gehen, wann du möchtest. Es gibt keine Verpflichtung, regelmäßig teilzunehmen. Wenn du das Gefühl hast, heute ist ein Tag, an dem du andere Trauernde unterstützen oder einfach selbst gehalten werden möchtest, kannst du hingehen. Wenn du merkst, dass es gerade zu viel ist, kannst du aussetzen.

Für viele ist diese Freiheit wichtig. Sie erlaubt dir, auf deine eigene innere Bewegung zu hören, ohne dich rechtfertigen zu müssen. Und vielleicht merkst du mit der Zeit, dass aus gelegentlichen Besuchen eine vertraute Routine wird.

Selbsthilfegruppen: Gemeinsam Wege durch die Trauer suchen

Eine Selbsthilfegruppe Trauer unterscheidet sich oft ein wenig von professionell geleiteten Gruppen. Hier stehen die Betroffenen selbst im Mittelpunkt der Gestaltung. Sie entscheiden gemeinsam, wie die Treffen ablaufen, welche Themen Raum bekommen, wie viel Struktur es geben soll.

Stärke aus gegenseitiger Unterstützung

In einer Selbsthilfegruppe erlebst du, wie viel Kraft darin liegen kann, sich gegenseitig zu stützen. Du bist nicht nur die Person, die Hilfe braucht – du bist auch jemand, der anderen zuhört, der ein verständnisvolles Wort findet, der vielleicht eine kleine Idee teilt, was ihm oder ihr an einem schweren Tag geholfen hat.

Diese gegenseitige Unterstützung kann dein Selbstgefühl stärken. Du bist nicht nur „die Trauernde“ oder „der Trauernde“, du bist auch jemand, der etwas zu geben hat – und sei es nur ein stilles Nicken, das sagt: „Ich verstehe dich.“

Individuelle Wege, gemeinsame Themen

Auch wenn jede Geschichte anders ist, tauchen in Selbsthilfegruppen oft ähnliche Themen auf:

  • Wie gehe ich mit Jahrestagen, Geburtstagen, Feiertagen um?
  • Was mache ich mit den Dingen des Verstorbenen?
  • Wie reagiere ich auf unbedachte Sätze aus meinem Umfeld?
  • Wie finde ich wieder einen Alltag, der sich lebendig anfühlt?

Niemand in der Gruppe hat fertige Antworten. Aber im gemeinsamen Nachdenken, im Teilen von Erfahrungen und kleinen Schritten kann etwas entstehen, das sich nach Hilfe bei Trauerbewältigung anfühlt – nicht als Rezept, sondern als leise Ermutigung.

Trauerbegleitung: Professionelle und ehrenamtliche Unterstützung

Neben Gruppenangeboten gibt es auch die Möglichkeit, eine Trauerbegleitung in der Nähe zu suchen – in Form von Einzel- oder Gruppengesprächen. Das können ausgebildete Trauerbegleiterinnen und -begleiter, Psychologinnen, Seelsorger oder speziell geschulte Ehrenamtliche sein.

Ein geschützter Raum nur für dich

In einem Einzelgespräch geht es nur um dich und deine Geschichte. Du darfst erzählen, schweigen, weinen, lachen, Fragen stellen. Eine Trauerbegleitung hört zu, spiegelt, stellt behutsame Fragen und hilft dir, deine Gefühle besser zu verstehen. Sie nimmt dir deine Trauer nicht ab, aber sie kann dir helfen, einen Umgang damit zu finden, der zu dir passt.

Manchmal geht es um sehr konkrete Dinge: Wie schaffe ich den Alltag? Wie gehe ich mit Erschöpfung um? Wie kann ich mich um Kinder kümmern, die ebenfalls trauern? Manchmal geht es eher um Sinnfragen: Wer bin ich ohne diesen Menschen? Wie kann ich mit diesem Verlust weiterleben?

Praktische Hilfe und Begleitung im Alltag

Zur Trauerhilfe vor Ort kann auch ganz praktische Unterstützung gehören. Manche Angebote helfen bei Alltagsaufgaben, begleiten zu Ämtern oder Arztterminen, unterstützen bei organisatorischen Fragen rund um den Abschied. Andere bieten Hausbesuche an oder kurze Telefonate, wenn ein Tag besonders schwer ist.

Zu wissen, dass da jemand ist, der dich durch diese unübersichtliche Zeit begleitet, kann sehr entlastend sein. Du musst nicht alles allein tragen. Du darfst dir Hilfe holen – so, wie du sie gerade brauchst.

Kollektive Rituale: Gemeinsam erinnern und halten

Rituale können in der Trauer wie kleine Inseln sein. Sie geben Form und Ausdruck, wo Worte fehlen. In Gemeinschaft bekommen sie oft eine besondere Tiefe.

Kerzen, Gedenkorte und gemeinsame Momente

Vielleicht kennst du das: Eine Kerze anzünden, ein Foto aufstellen, einen Namen laut aussprechen – und plötzlich ist da eine Verbindung, die über den Tod hinausreicht. In Gruppen und Trauercafés gibt es häufig solche gemeinsamen Rituale:

  • Kerzenanzünden für die Verstorbenen zu Beginn eines Treffens
  • Gedenkfeiern, bei denen Namen verlesen werden
  • Gemeinsame Spaziergänge zu einem Gedenkort
  • Symbolische Handlungen wie Steine bemalen oder Wunschzettel schreiben

Diese Rituale können helfen, Gefühle zu bündeln, die sonst vielleicht nur als diffuse Schwere spürbar wären. Sie erlauben dir, deinen Schmerz, deine Liebe, deine Erinnerung in eine Handlung zu legen. Und du erlebst: Andere tun das auch. Ihr tragt eure Verluste nebeneinander – jede Geschichte für sich, und doch verbunden.

Online-Gemeinschaften als zusätzlicher Halt

Nicht immer ist es möglich, vor Ort eine Gruppe zu besuchen. Manchmal fehlt die Kraft, manchmal die Zeit, manchmal gibt es in der Nähe kein passendes Angebot. In solchen Fällen können Online-Foren, digitale Trauergruppen oder soziale Netzwerke eine Ergänzung sein.

Auch hier gilt: Du musst nichts teilen, was du nicht teilen möchtest. Du kannst lesen, wie andere mit ihrer Trauer leben, kannst anonym schreiben, kannst zu ungewöhnlichen Zeiten jemanden „treffen“, der gerade wach ist und versteht, warum du mitten in der Nacht nicht schlafen kannst. Online-Räume ersetzen keine echte Umarmung, aber sie können ein Gefühl von Verbundenheit schenken, wenn du dich sonst sehr isoliert fühlst.

Wie du eine passende Trauergemeinschaft suchen kannst

Wenn du spürst, dass du nicht mehr ganz allein mit deiner Trauer sein möchtest, kann der nächste Schritt sein, nach Angeboten in deiner Umgebung zu schauen. Manchmal ist schon die Entscheidung, überhaupt zu suchen, ein stiller Akt der Selbstfürsorge.

Erste Anlaufstellen vor Ort

Oft lohnt es sich, bei Einrichtungen nachzufragen, die regelmäßig mit Trauernden zu tun haben. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Hospizdienste und Palliativstationen
  • Kirchengemeinden und Seelsorgestellen
  • Beratungsstellen und Familienzentren
  • Bestattungsunternehmen mit Trauerangeboten

Viele dieser Stellen wissen, wo es in deiner Region Gruppen, Trauercafés oder Einzelbegleitungen gibt. Du kannst dort anrufen oder eine E-Mail schreiben und nach Trauerhilfe vor Ort fragen. Es ist völlig in Ordnung zu sagen, dass du unsicher bist und erst einmal Informationen sammeln möchtest.

Online nach Angeboten suchen

Auch im Internet findest du Hinweise auf Gruppen und Begleitungen. Du kannst zum Beispiel nach Begriffen wie „Trauerbegleitung in der Nähe“, „Trauergruppe finden“ oder „Trauercafe in meiner Stadt“ suchen. Viele Organisationen stellen ihre Angebote auf ihren Webseiten vor, manchmal mit Fotos der Räume oder kurzen Beschreibungen der Gruppen.

Wenn du möchtest, kannst du vor einem ersten Besuch telefonisch Kontakt aufnehmen. Du kannst fragen, wie die Treffen ablaufen, wer teilnimmt, ob die Gruppe offen oder geschlossen ist, ob es spezielle Angebote für deine Situation gibt. Du darfst dir Zeit lassen, um zu spüren, ob sich ein Angebot für dich stimmig anfühlt.

Gemeinschaft als Wegbegleitung – kein Ersatz für deinen eigenen Weg

Gemeinschaft in der Trauer bedeutet nicht, dass andere dir sagen, wie du trauern sollst. Sie ersetzt deinen eigenen Weg nicht – sie begleitet ihn. Du bleibst die Person, die mit diesem Verlust leben muss. Aber du musst es nicht ohne jede Unterstützung tun.

In einer Gruppe, in einem Café, in einem Gespräch mit einer Trauerbegleitung kannst du erleben, dass dein Schmerz einen Platz hat. Dass du mit deiner Geschichte ernst genommen wirst. Dass du nicht „zu viel“ bist, wenn du weinst, und nicht „zu wenig“, wenn du einmal lachen kannst.

Manchmal entsteht aus solchen Begegnungen etwas, das über die akute Trauer hinausreicht: neue Freundschaften, ein Gefühl von Verbundenheit, vielleicht sogar ein leiser Wunsch, irgendwann selbst andere Trauernde unterstützen zu wollen. Nicht aus Pflicht, sondern weil du erfahren hast, wie wohltuend es sein kann, gehalten zu werden.

Fazit

Trauer ist ein Weg, den niemand dir abnehmen kann. Aber du musst ihn nicht in völliger Einsamkeit gehen. Gemeinschaft – ob in einer Trauergruppe, einem Trauercafé, einer Selbsthilfegruppe oder in einer begleiteten Einzelstunde – kann zu einem stillen, aber kraftvollen Gegenüber werden. Sie bietet Raum für Tränen, für Erinnerungen, für Wut, für Stille. Und manchmal auch für ein erstes, zaghaftes Lächeln.

Wenn du spürst, dass du nicht mehr allein mit allem sein möchtest, darfst du nach einer Trauergemeinschaft suchen, die zu dir passt. Du darfst ausprobieren, was dir guttut, und wieder gehen, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt. Es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt, um dir Hilfe bei Trauerbewältigung zu holen – nur deinen eigenen. Vielleicht ist jetzt ein Moment, in dem du dir erlauben kannst, nach einer Hand Ausschau zu halten, die ein Stück des Weges neben dir hergeht.

Häufige Fragen

Wie kann mir Gemeinschaft nach einem Todesfall Kraft geben?

Gemeinschaft kann ein stiller Anker sein, wenn du einen Verlust erlebt hast. In einer Trauergruppe, einem Trauercafé oder einer Selbsthilfegruppe begegnest du Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und deine Gefühle nicht bewerten.

Dort kannst du:

  • dich mitteilen, ohne dich erklären oder rechtfertigen zu müssen,
  • erleben, dass andere ähnliche Gedanken und Reaktionen kennen,
  • Rituale teilen, die beim Abschiednehmen helfen,
  • und Schritt für Schritt wieder etwas Halt im Alltag finden.

Gemeinsam zu trauern ersetzt deinen eigenen Weg nicht, kann ihn aber ein Stück leichter machen, weil du dich in deiner Trauer nicht ganz so allein fühlst.

Wie finde ich eine Trauergruppe oder ein Trauercafé in meiner Nähe?

Um eine Trauergruppe oder ein Trauercafé in deiner Stadt zu finden, kannst du mehrere Wege nutzen:

  • Bei Hospizdiensten, Kirchengemeinden, Seelsorgestellen oder Familienzentren nachfragen.
  • Bestattungsunternehmen anrufen, die oft über Trauerangebote vor Ort informiert sind.
  • Online nach Begriffen wie „Trauerbegleitung in der Nähe“, „Trauergruppe für Angehörige“ oder „Trauercafé in meiner Stadt“ suchen.

Du kannst vorab telefonisch oder per Mail Kontakt aufnehmen, um zu klären, wie die Treffen ablaufen, wer teilnimmt und ob das Angebot zu deiner Situation passt. So kannst du in Ruhe prüfen, ob sich der Rahmen für dich stimmig anfühlt.

Was bringt mir Trauerarbeit in der Gruppe persönlich?

Trauerarbeit in der Gruppe kann dir helfen, deine Gefühle besser zu verstehen und dich weniger isoliert zu fühlen. In Gesprächsgruppen für Trauernde erlebst du, dass andere ähnliche Fragen haben, zum Beispiel zu Jahrestagen, zum Umgang mit Erinnerungsstücken oder zu schwierigen Momenten im Alltag.

Persönlich kann dir das unter anderem ermöglichen:

  • deine Trauer als normale Reaktion wahrzunehmen,
  • Ideen und Erfahrungen anderer auszuprobieren, ohne etwas „müssen“ zu müssen,
  • sanfte Unterstützung zu bekommen, wenn Tage besonders schwer sind,
  • und im eigenen Tempo wieder kleine Schritte in Richtung Alltag zu gehen.

Du entscheidest selbst, wie viel du erzählen möchtest und wie lange du Teil einer Gruppe bleiben willst.

Gibt es besondere Trauergruppen, zum Beispiel für Eltern oder Jugendliche?

Ja, viele Angebote sind auf bestimmte Situationen zugeschnitten. So gibt es zum Beispiel:

  • Trauergruppen für Eltern, die ein Kind verloren haben,
  • Gruppen für Partnerinnen und Partner nach dem Verlust eines geliebten Menschen,
  • Angebote für Geschwister oder andere Angehörige,
  • Trauerbegleitung für Jugendliche, die Gleichaltrige oder Familienmitglieder verloren haben.

Solche Gruppen können hilfreich sein, weil die Teilnehmenden einen ähnlich veränderten Alltag kennen. Du musst weniger erklären, vieles wird intuitiv verstanden. Informationen zu spezialisierten Gruppen erhältst du häufig über Hospizdienste, Beratungsstellen oder Selbsthilfe-Kontaktstellen in deiner Region.

Wie kann ich Trauer im Alltag teilen, ohne meine Familie und Freunde zu überfordern?

Viele Menschen wünschen sich, Trauer nicht allein tragen zu müssen, und möchten gleichzeitig ihr Umfeld nicht belasten. Hilfreich kann sein:

  • offen zu sagen, was du gerade brauchst (zuhören, gemeinsam schweigen, praktische Hilfe),
  • klare Zeiträume zu verabreden, in denen über den Verlust gesprochen wird,
  • kleine gemeinsame Rituale zu gestalten, etwa Kerzen anzünden, Fotos anschauen oder Erinnerungen teilen,
  • und zusätzlich externe Anlaufstellen wie Trauercafés, Selbsthilfegruppen oder Online-Austausch zu nutzen.

So können Familie und Freunde in der Trauer zusammenhalten, ohne dass eine einzelne Person alles auffangen muss. Du darfst dir parallel Unterstützung außerhalb deines engsten Umfelds suchen.

Welche Möglichkeiten habe ich für vertraulichen Austausch, wenn ich nicht vor Ort teilnehmen kann?

Wenn es dir schwerfällt, Angebote vor Ort zu nutzen, kann ein Online-Austausch für Menschen in Trauer eine Alternative oder Ergänzung sein. Es gibt zum Beispiel:

  • Online-Selbsthilfegruppen mit festen Terminen per Video oder Chat,
  • Foren, in denen du anonym schreiben und lesen kannst,
  • Angebote von Hospizdiensten oder Trauerbegleitungen, die digitale Gespräche ermöglichen.

Diese Räume sind meist auf einen sensiblen und vertraulichen Umgang ausgerichtet. Du kannst in deinem Tempo entscheiden, wie viel du teilen möchtest, und findest dennoch Menschen, die ähnliche Verluste erlebt haben und deine Situation nachvollziehen können.

Brauchst du gerade Unterstützung?

Wenn du über Suizid nachdenkst oder dich in einer akuten Krise befindest, kannst du dich anonym und kostenlos an die TelefonSeelsorge wenden. Du erreichst sie rund um die Uhr unter der Nummer 0800 – 111 0 111 oder online unter www.telefonseelsorge.de. Zögere nicht, dir Hilfe zu holen – du bist nicht allein.

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Matthias

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